Asselborn in Mazedonien: “Mein Name ist nicht Viktor Orban”

Jean Asselborn wirbt im Balkan für Stabilität – und gibt Ungarns Regierungschef Viktor Orban mal gleich eine kleine Ohrfeige mit auf den Weg. “Mein Name ist nicht Viktor Orban, mein Name ist Jean Asselborn. Es gibt einen Unterschied zwischen diesen beiden Menschen”, so der Außenminister bei einer Pressekonferenz mit seinem mazedonischen Amtskollegen.


“Ich unterstütze jene, die in Mazedonien wollen, dass Bedingungen geschaffen werden, damit das Land funktionieren kann.” Asselborn kritisiert seit längerer Zeit, die ungesunde Rolle, die Orban innerhalb der EU aber auch in der Region spielt. Dieser hatte als einziger Mazedoniens Ex-Premier Nikola Gruevski, der das Land von 2006 bis zum Frühjahr dieses Jahres nationalistisch und autoritär regierte, unterstützt.

Gruevski galt einst als liberaler Reformer, verwandelte sich dann aber in einen Autokraten. Immer wieder attackieren sich Asselborn und Orban in der Medienarena.

“Ich glaube auch, dass die Menschen in Mazedonien eine große Mehrheit darstellen, die Stabilität in den Balkan bringen will. Das ist keine einfache Aufgabe.” Asselborn appellierte am Mittwoch bei seiner Visite in der mazedonischen Hauptstadt Skopje an alle demokratischen Kräfte, sich friedlich für ihr Land einzusetzen. “Aber Stabilität, Frieden und Demokratie können nur erreicht werden, wenn es freie Medien gibt, die Gewaltenteilung gewährleistet ist und die Justiz unabhängig funktioniert. Ich glaube, dass diese Regierung verstanden hat, das Land in genau diese Richtung zu bewegen.”

Lesen Sie am Freitag in der Printausgabe des Tageblatts, weshalb Asselborn nach Albanien und Mazedonien gereist ist. Die Themenpalette reicht vom Kampf gegen Cannabis, über Asylbetrug bis hin zu Sorgen von ArcelorMittal.

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