Schweiz: Polizei als Geburtshelfer bei mazedonische Familie im Einsatz

Die kleine Lorena kam am Freitagmorgen zu Hause in Wohlen, Schweiz, so schnell zur Welt, dass ihr Vater nicht einmal Licht machen konnte. Die Regionalpolizei hiess das Mädchen willkommen.



5. Januar, 7.45 Uhr: Die Regionalpolizei Wohlen wurde zu einem Einsatz gerufen, für den es in der Polizeisprache keinen Code gibt: eine Hausgeburt. Es kommt oft vor, dass die Repol Rettungssanitäter unterstützt, aber das gab es bei der Repol Wohlen noch nie. Wachtmeisterin Andrea Kyburz und Gefreiter Matthias Lienhard rannten mit zwei Kollegen los. "Weil wir so nah waren, erreichten wir das Haus vor der Ambulanz. Wir klingelten bei allen Wohnungen und wurden eingelassen", erinnert sich Kyburz. 

Auf den Lift zu warten, hätte zu lange gedauert, also rannten die Polizisten in den sechsten Stock. "Wir gaben alles, wir wussten ja nicht, was uns erwartet", so Lienhard.

Was sich ihnen bot, hätten die Polizisten auch nie erwarten können: "Der Vater sass bereits mit dem Kind im Arm auf dem Bett im dunkeln Zimmer. Es war so schnell gegangen, dass er wegen der Nabelschnur nicht mal den Lichtschalter erreichen konnte", berichtet Kyburz. Sie nahm ihm das Kind ab und stellte sicher, dass es atmete. 

"Der kleinen Lorena und der Mutter ging es glücklicherweise gut. Mein Kollege kümmerte sich um den überforderten Vater und den älteren Sohn. Bald kamen die Sanitäter" Die Ambulanz brachte Mutter und Kind ins Krankenhaus Muri, die Polizisten fuhren Vater und Sohn hinterher.

Mutter Katerina Todorova, Vater Ivan Todorov und deren Sohn Jovan sind den beiden Regionalpolizisten Andrea Kyburz und Matthias Lienhard sehr dankbar, dass sie sofort nach der unerwarteten Heimgeburt der kleinen Lorena unterstützt wurden.

Am Samstag besuchten Kyburz und Lienhard die mazedonische Familie im Krankenhaus. Alle sind wohlauf und dankbar für die Hilfe. Vater Ivan Todorov erzählte, dass er seine Frau Katerina schon um 4 Uhr mit Wehen ins Spital gebracht hatte. Man habe sie um 6 Uhr aber heim geschickt, weil es so ausgesehen habe, als käme das Baby noch länger nicht. "Wir hatten einen Termin um 16 Uhr, aber um 7.40 Uhr kam das Köpfchen, da rief ich den Notarzt", erzählt der Vater noch immer ungläubig aber glücklich. «Ein schöner Jahresbeginn», freut sich Kyburz. "So positive Einsätze sind selten." Für Lienhard war es gar ein Willkommensgeschenk. Er trat erst vor zwei Monaten ins Wohler Corps ein.

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