Alioski startet auf der Insel durch


Im vergangenen Sommer wechselte Ezgjan Alioski als Rookie der Saison vom FC Lugano auf die Insel. Beim Championship-Klub Leeds United startet er gleich in seiner ersten Saison richtig durch.

Der 26-Jährige ist Fussballer durch und durch. Auch zu Hause hat der Offensivakteur, der halb Schweizer, halb Mazedonier ist, vollste Unterstützung. „Gianni lebt für den Fussball, er soll sich voll darauf konzentrieren können“, hatte seine Mutter Semije vor etwa einem Jahr im Gespräch mit „Axpo“ erklärt. Damals wurde ihr Sohn zum „Axpo Rookie des Jahres“ gewählt.

Bei YB noch kein Durchbruch


Seine Laufbahn begann er gemeinsam mit Bruder Emran beim FC Flamatt, ehe sie 2002 zum BSC Young Boys wechselten. Geschenkt wird den Brüdern allerdings nicht, der Durchbruch als Profi gelingt lediglich Gianni, wie er von der Familie genannt wird. Doch es läuft nur schleppend voran, bei YB kann er sich nicht für die Profi-Mannschaft aufdrängen. So geht sein Weg über Schaffhausen schliesslich zum FC Lugano. Dort schiesst er sich mit permanent guten Leistungen in die Herzen der Fans und trägt erheblich dazu bei, dass sich Lugano für die Europa League qualifizierte – erstmals seit 15 Jahren.

Es folgten Anfragen von zahlreichen Vereinen in Europa. Er selbst sah sich bereit für ein Engagement im Ausland. „Mein nächster Transfer muss Sinn machen. Ich gehe nicht wegen des Geldes zu einem Klub, sondern weil ich mich weiterentwickeln will. Ich brauche Spielpraxis“, hatte er vor seinem Engagement bei Leeds United erklärt. In bislang 40 Ligapartien erzielte der mazedonische Nationalspieler sieben Tore und steuerte fünf Assists bei. „Es ist schön, dass ich immer spiele. Aber ich schaue nicht gross auf die Statistiken. Wenn man ein paar Wochen lang kein Tor schiesst, ist man plötzlich nicht mehr viel wert“, berichtete er der „Aargauer Zeitung“.

Fussball nonstop


Erstmals erlebte er somit auch eine Saison, in der es keine Winterpause gibt, sondern ein Spiel auf das nächste folgt – selbst über die Feiertage: „Aber es macht Spass. Wir Fussballer wollen ja vor allem eines: Fussball spielen“, erklärte er Ende vergangenen Jahres. Zwar sei es alles ziemlich streng, doch die Erholungsmöglichkeiten im Trainingszentrum seien optimal. Zudem sei er in England direkt gut aufgenommen worden. „Extrem viel geholfen hat mir zu Beginn Gaetano Berardi.“ Auch sprachliche Hürden seien zu nehmen, aber: „Wenn es richtiges Englisch wäre, dann ginge es ja, aber dieser Dialekt.“

Im Dezember sprach er vom grossen Coup: „Wir wollen zumindest unter die ersten sechs; und sollte es am Ende mit dem Aufstieg klappen, wäre es umso schöner.“ Mit einem Engagement in der Premier League wird es für Alioski und Leeds jedoch nicht klappen. Zwei Spieltage vor dem regulären Saisonende liegt das Team nur auf dem 12. Platz – 14 Zähler hinter den Playoff-Plätzen.

Dass Alioski mit seiner Spielpraxis aus den vergangenen Jahren nicht an die WM nach Russland fährt, liegt in erster Linie daran, dass er nicht für die Schweizer Nati spielberichtigt ist. Dies bedauert vor allem sein Vater Sadri, der ihn gerne im Dress der Schweiz gesehen hätte: „Leider machte jemand damals bei YB den nötigen Telefonanruf nicht“, erklärte Sadri. Alioski ist Stammspieler bei der mazedonischen Nati, die sich aber noch nie für ein grosses Turnier qualifizieren konnte.

Somit kann Alioski im Sommer aber zumindest mal so richtig durchatmen und sich voll und ganz auf die nächste Spielzeit vorbereiten. Sein Kontrakt bei Leeds läuft gegenwärtig noch bis Sommer 2021.

QUELLE: 4-4-2